
Vor einigen Monaten bin ich in ein Projekt gestartet, mit dem Ziel, ein bestehendes Qualitäts- und Umweltmanagementsystem auf Vordermann zu bringen.
Am Anfang stand erstmal die Analyse.
Ich habe mir die Prozesse angeschaut und mit den Leuten gesprochen.
Wie wird wirklich gearbeitet?
Wer macht was?
Wo hakt es?
Und passt das überhaupt zu dem, was irgendwo beschrieben steht?
Danach ging es an die Arbeit.
Verfahrensanweisungen, Prozessanweisungen, Formblätter, Nachweise, Verantwortlichkeiten.
Viel Papier – aber notwendig.
Nur damit ist noch kein funktionierendes Managementsystem entstanden.
Die eigentliche Frage war:
Wie bekomme ich das jetzt in den Alltag?
Denn ich kann einen Prozess noch so sauber beschreiben. Wenn draußen keiner danach arbeitet, bringt mir das wenig.
Genau hier kam der Shopfloor ins Spiel.
Qualität, Reklamationen, Termine, Arbeitssicherheit, Umwelt, Kennzahlen, offene Maßnahmen – die Themen gehören für mich nicht in verschiedene Ordner und Listen.
Sie müssen dahin, wo sie gesehen und besprochen werden.
Und ab da wird aus meinem „ich“ auch ein „wir“.
Ich kann die Struktur schaffen und Themen anschieben. Funktionieren kann das Ganze aber nur mit den Menschen im Unternehmen.
Heute werden Themen offen angesprochen, Maßnahmen festgelegt und nachgehalten.
Nicht alles ist perfekt. Muss es auch nicht sein.
Aber es bewegt sich etwas.
Und dass der eingeschlagene Weg funktioniert, hat auch das bestandene Überwachungsaudit gezeigt.
Das Audit war aber nie das eigentliche Ziel.
Mein Ziel war ein Managementsystem, das nicht für den Auditor gemacht ist, sondern dem Unternehmen im Alltag etwas bringt.
Und genau deshalb ist für mich der Shopfloor das Herz des Managementsystems.
